In der Nacht vom 8. auf den 9. März (Samstag auf Sonntag) des Jahres 1919 fiel die Gastwirtin, Gemischtwarenhändlerin und Bäuerin Katharina Schwickert einem Raubmord zum Opfer. Die Täter, zwei junge Burschen aus einem Nachbarort, drangen mit einer Leiter, die sie am Kalkofen entwendet hatten, über die Galerie in das im ersten Stock gelegene Schlafzimmer von Frau Schwickert ein. Den Einbrechern war bekannt, dass ihr Sohn

Emil, der ebenfalls hier wohnte, zum Zeitpunkt des Einbruchs im Krankenhaus lag. Frau Schwickert, welche die beiden Eindringlinge bemerkte, wurde von einem der Männer mit ihrem Bettzeug erstickt.


Die Täter entwendeten etwa zehn Kisten Zigarren, einige Zigaretten, mehrere Päckchen Tabak, einen Papier-Sack, einen halben Pack Mehl, eine Flasche Schaumwein, ein Paar neue Herrenschuhe, ein Paar Damenschuhe sowie ein Portemonnaie mit Hart- und Papiergeld - wahrscheinlich über 1000 Mark und konnten unbemerkt von den anderen im Haus schlafenden Personen entkommen. Das Verbrechen wurde am nächsten Morgen entdeckt.
Die polizeilichen Ermittlungen führten schließlich - nachdem tagelang mehrere Verdächtige verhört worden waren - zu den Tätern. Diese hatten sich mittlerweile in Richtung Niederlande abgesetzt. Wenige Tage nach der Tat. am 14. März, wurden an öffentlichen Plätzen, hauptsächlich in Bahnhöfen, Steckbriefe angeschlagen. Noch vor der niederländischen Grenze entdeckten die Flüchtenden diese, was wohl der Anstoß für sie war, den Heimweg anzutreten, um sich der Justiz zu stellen. Ein Schaffner erkannte sie im Zug und verständigte die Polizei. Deshalb wurden die beiden am Kronweilerer Bahnhof bereits von Polizei und hiesigen Bürgern erwartet. Die Polizei soll Mühe gehabt haben, eine Lynchjustiz der aufgebrachten Menge zu verhindern.

Die beiden Täter wurden am 22. Januar 1921 zu lebenslänglichem Zuchthaus bzw. zu einer Zuchthausstrafe von zehn Jahren verurteilt.

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