Die Zeiten als reiner Schönheitswettbewerb sind längst vorbei. Denn heute kommt es auch auf die inneren Werte wie bürgerschaftliches Engagement und Entwicklungsperspektiven an. Beim Kreisentscheid des Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017 hat sich Kronweiler in der Hauptklasse den ersten Platz vor Ellenberg gesichert. In der Sonderklasse siegte Brücken vor Niederbrombach und Horbruch.

 

Die Kronweilerer Jugendlichen haben es gut. Die Gemeinde hat mit viel Eigenleistung der Bürger am Nahestrand ein Freizeitgelände mit Badestelle angelegt. Das war auch ein wichtiger Pluspunkt, der dem Ort zum Sieg beim Kreisentscheid des Dorfwettbewerbs verhalf. Foto: Axel Munsteiner (Archiv)

Die Kronweilerer Jugendlichen haben es gut. Die Gemeinde hat mit viel Eigenleistung der Bürger am Nahestrand ein Freizeitgelände mit Badestelle angelegt. Das war auch ein wichtiger Pluspunkt, der dem Ort zum Sieg beim Kreisentscheid des Dorfwettbewerbs verhalf. 
Foto: Axel Munsteiner (Archiv)
 

Diese fünf Dörfer haben sich für die nächste Runde, den Gebietsentscheid in der Region Trier, qualifiziert. Ergänzend zu der Bekanntgabe dieses Ergebnisses, über das die NZ bereits berichtete, hat die Kreisverwaltung nun mitgeteilt, in welchen Bereichen die Siegergemeinden beim Besuch der fünfköpfigen Jury besonders punkten konnten.

Kronweiler verhalf nicht nur die engagierte Jugendarbeit zu Rang eins, sondern auch das schön angelegte Freizeitgelände inklusive Bolzplatz am Nahestrand. „Es freut uns natürlich sehr, dass die Jury es honoriert hat, dass in Kronweiler auf vielen Feldern etwas passiert und sich viele Bürger an diesen Projekten beteiligen“, sagt Ortsbürgermeister Harald Benzel. Die Gemeinde habe zwar nicht viel Geld in der Kasse, „aber durch das Sammeln von Spenden und vor allem durch Eigenleistungen lässt sich trotzdem viel bewegen“, betont Benzel. An helfenden Händen ist bei Aktionen im und für den Ort in Kronweiler also kein Mangel. Das galt vor allem auch beim Anlegen des von der Jury so gelobten Freizeitgeländes. Es war aber auch bei der Renovierung des Jugendraums der Fall, bei dem der Dorfnachwuchs selbst kräftig mit angepackt habe. Auf Familienfreundlichkeit setzt Kronweiler auch mit seinem Baugebiet. Wer dort ein Grundstück erwirbt,, erhält für jedes Kind unter 17 Jahren einen Rabatt von 500 Euro.

Beim zweitplatzierten Ellenberg hebt die Kreisjury hervor, dass der neu gegründete Ortsverschönerungsverein schon die eine oder andere Idee in den sehr schön angelegten Spielplatz in der Dorfmitte mit hat einfließen lassen. Außerdem verstehe es die rund 100 Einwohner zählende sehr gut, das in diesem Jahr erst aufgestellte Dorferneuerungskonzept fortzuführen. Weiterhin beteiligten sich in der Hauptklasse die Ortsgemeinden Achtelsbach und Niederwörresbach.

Die Ortsgemeinde Brücken erreichte den ersten Platz in der Sonderklasse. Sie heimste sich für den Erhalt ihrer facettenreichen Wirtschaft – von der Firma Howatherm bis hin zu mittelständigen Handwerksbetrieben – Pluspunkte ei. Auch die von Bürger angeregte Einrichtung eines Ruhewaldes und soziale Projekte waren wichtige Faktoren für den Sieg. „Für uns ist die Teilnahme am Dorfwettbewerb nicht nur Ehrensache, sondern wir finden es wichtig, dass alle paar Jahre eine unabhängige Jury uns sagt, wo wir schon gut sind, uns Anregungen gibt, was man verbessern könnte und uns darauf hinweist, wo vielleicht sogar dringender Handlungsbedarf besteht“, sagt Ortsbürgermeister Karl-Otto Engel. Der dienstälteste Gemeindechef im Kreis findet es positiv, dass beim Wettbewerb nicht mehr allein der schöne Schein zählt.

„Als ich angefangen habe, war es vor allem wichtig, dass viele Blumen an den Fenstern gestanden haben. Jetzt fließt in die Bewertung aber zum Beispiel auch die wirtschaftliche Entwicklung eines Orts oder private Initiativen ein“, sagt Engel. Insbesondere in letztgenannten Bereich habe sich in Brücken in der jüngeren Vergangenheit einiges getan. So habe ein Eigentümer ein ortsbildprägendes Haus im Dorfkern renoviert, es wurde in Brücken in der früheren Gaststätte Eifflerstuben eine Pizzeria eröffnet und der Fortbestand der Traditionsbäckerei Heylmann durch die erfolgreiche Suche nach einem neuen, jungen Besitzer gesichert.

Lobend zu erwähnen ist beim zweitplatzierten Niederbrombach das bei der Präsentation gezeigte Engagement der Dorfgemeinschaft, das von der Gemeinde herausgegebene Gemeindeblatt und die die herausragende wirtschaftliche Infrastruktur der 485 Einwohner zählenden Gemeinde“, heißt es seitens Kreises. Es sollte zudem erwähnt werden, dass Niederbrombach seit 2017 für acht Jahre sogenannte Schwerpunktgemeinde geworden ist.

Ebenfalls eindrucksvoll habe sich Horbruch beim Besuch der Kreissjury in Szene gesetzt. Mit nur 341 Einwohnern ist die Gemeinde im Besitz einer eigenen Kita mit zurzeit 12 Ganztagskindern. Dort wird ein Mittagstisch gereicht und die Integration von „Nicht-Horbruchern“ ist gut gelöst. Obendrein hat Horbruch keinen Leerstand zu beklagen und einen wunderschönen Baumbestand aufzuweisen. Weitere Mitstreiter in der Sonderklasse waren Buhlenberg, Dambach und Siesbach.

Alles in Allem konnte die von Dezernent Jürgen Schlöder geleitete Jury in allen Gemeinden verheißungsvolle Ansätze bei der Dorferneuerung sowie ein zukunftsorientiertes Miteinander von Jung und Alt erkennen. In der Hauptklasse konkurrierten die Ortsgemeinden miteinander, die zum ersten Male am Wettbewerb teilgenommen haben oder in früheren Wettbewerben noch nicht im Gebietsentscheid waren.

Die Besichtigungen der nun am Gebietsentscheid teilnehmenden Dörfern durch die dann anders besetzte Jury mit Fachleuten aus der ganzen Region Trier erfolgen in der Zeit vom 29. Mai bis zum 23. Juni. „Wie in den vorangegangenen Wettbewerben ist auch in diesem Jahr das gemeinsame Ziel der für die nächsten Runde qualifizierten Dörfer aus unserem Kreis, zunächst das Landes- und eventuell sogar das Bundesfinale 2019 zu erreichen“, heißt es aus der Birkenfelder Behörde.ax

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Ortsgemeinde Kronweiler | stuermeronline.de
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