Herz-Jesu-Kapelle
Die Kapelle in Kronweiler wurde im Jahr 1910 auf Initiative von Pater Söder erbaut und prägte über viele Jahrzehnte das religiöse Leben im Ort. Bis heute ist sie ein fester Bestandteil des Ortsbildes und verbindet ihre Geschichte mit einer weiterhin besonderen Bedeutung für Kronweiler.
Die Entstehung der Kapelle
Die Kapelle war eine Filialkirche der katholischen Pfarrei Birkenfeld und wurde von dort aus betreut. Gebaut wurde sie 1910 auf Initiative von Pater Söder, dem Seelsorger der hiesigen Katholiken aus dem Missionshaus St. Wendel. Zuvor fanden die Gottesdienste im Saal der Gastwirtschaft Schwickert (Gasthaus zur Krone) statt, nachdem die Gläubigen früher den Weg zum Fischerhof auf sich nehmen mussten. Trotz der geringen Zahl katholischer Familien im Ort gelang es, den Bau einer eigenen Kapelle umzusetzen.
Im Juni 1910 wurde der Grundstein gelegt. Den Bauplan entwarf der Architekt Martin aus Düsseldorf. Das Fundament bestand aus Beton, das Mauerwerk aus Bruchstein. Viele Materialien wurden direkt aus der Umgebung gewonnen und mit Fuhrwerken zur Baustelle gebracht.
Ausstattung und Stiftungen
Die Ausstattung der Kapelle wurde größtenteils durch Stiftungen ermöglicht. Fenster, Glocken, Altar und weitere Elemente stammen aus verschiedenen Spenden und handwerklichen Arbeiten aus der Region. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Ausstattung beschädigt und später erneuert.
Jüngere Entwicklung
In den vergangenen Jahren rückte die Kapelle noch einmal stärker in den Blick der Öffentlichkeit. Nach längerer Zeit mit nur noch seltener Nutzung wurde sie profaniert und anschließend veräußert. Dieser Schritt löste im Ort Diskussionen aus, weil viele Menschen das Gebäude eng mit der Geschichte Kronweilers und mit persönlichen Erinnerungen verbanden.
Auch nach dem Eigentümerwechsel blieb die Kapelle jedoch nicht bedeutungslos. Sie wird weiterhin für Gottesdienste, Hochzeiten und andere besondere Anlässe geöffnet und bleibt damit ein Ort, der über seinen historischen Wert hinaus bis heute genutzt wird.
Kapelle mit bleibender Bedeutung
Die Herz-Jesu-Kapelle ist bis heute ein prägender Teil der Ortsgeschichte und steht für Gemeinschaft, Engagement und Tradition in Kronweiler. Auch wenn sich ihre Rolle im Laufe der Zeit verändert hat, ist sie weiterhin ein besonderer Ort in unserer kleinen Gemeinde.
Der Bahnhof in Kronweiler, dessen Ursprünge auf den Bau der Rhein-Nahe-Bahn zwischen 1856 und 1860 zurückgehen, war einst ein überregional bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Heute präsentiert er sich als schmuckes Kulturdenkmal und als ein wichtiges Stück Kronweilerer Vergangenheit.
Die Entstehung des Bahnhofs
Der Bau der insgesamt 121,26 Kilometer langen Strecke der Rhein-Nahe-Bahn, von Bingerbrück bis Neunkirchen, erfolgte von 1856 bis 1860. Eingeteilt hatte man die Strecke in fünf Bauabteilungen. Kronweiler lag im dritten Bauabschnitt von Nahbollenbach bis Nohen. Für diese 13,42 Kilometer lange Bahnlinie waren sieben Tunnel zu brechen.
Am "Reichenbacher Berg", bei km 75,2 ab Bingerbrück und 299,94 m über NN, entstand die Bahnhofsanlage Kronweiler auf einer Länge von 500 Metern. Es war die erste Haltestelle nach Idar-Oberstein. Der Bahnhof erhielt zunächst ein einfaches Holzhaus als Stationsgebäude, welches jedoch am 7. Mai 1867 abbrannte; an seiner Stelle wurde 1868 das heutige Gebäude errichtet.
Ausbau und Kapazität
Durch das hohe Güter- und Verkehrsaufkommen war es um 1910 notwendig geworden, die Anlage massiv zu erweitern. Es entstanden ein Güterschuppen, zwei Stellwerke, ein Magazin für die Bahnmeisterei sowie eine Unterführung. Kronweiler erhielt einen Bahnhof, der in seiner Kapazität dem einer Kleinstadt vergleichbar war.
Rettung als Kulturdenkmal
Mit zunehmendem Individualverkehr verlor die Bahn an Bedeutung. 1983 plante die Bahnverwaltung sogar den Abriss des Gebäudes. Dank des Einsatzes der Gemeinde- und Kreisverwaltung wurde das Gebäude im Jahr 1984 endgültig unter Denkmalschutz gestellt.
Im März 1985 erwarben Otto und Brigitte Ebner das Anwesen. Heute ist das Gebäude zu drei Wohnungen ausgebaut und bleibt als prächtiges Zeugnis der Eisenbahngeschichte erhalten.
Ein Stück Kronweilerer Identität
Der Bahnhof ist mehr als nur ein Gebäude; er ist ein steinernes Zeugnis der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Region und ein prägender Teil des Kronweilerer Ortsbildes.









